Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde

... heißt die Kindes- und Jugendschutzkampagne des Gemeindejugendwerks

Die Einladung Jesu, die Kinder zu ihm kommen zu lassen (Mk, 10.13ff), ist vor allem ein Aufruf, innerhalb kirchlicher Räume phantasievolle und kreative Angebote für Kinder und Jugendliche zu gestalten. Die christliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat aber nicht nur phantasievoll, sondern auch frei und sicher zu sein! Sichere Gemeinden können von sich sagen

  • Wir haben starke Kinder!
  • Wir haben wache Mitarbeitende!
  • Kindeswohlgefährdung, Gewalt und Missbrauch sind keine Tabuthemen!
  • Wir haben Berater und Anlaufstellen!
  • Wir achten auf Sicherheit!

Tipps für die Arbeit vor Ort

Gemeinde heute hat sich der Realität von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in ihrem Kontext zu stellen. Sichere und phantasievolle Beziehungen zu Kindern zeigen sich in Emotionalität und Reflexion, in Nähe und Distanz, in Offenheit und dem Recht, nicht alles preisgeben zu müssen.

Beim Thema "Gewalt gegen Kinder und Jugendliche" geht es um Mitarbeiterschutz und Kindesschutz! (Auch Mitarbeiterschutz ist wichtig: Schon eine unhaltbare und erfundene Verdächtigung könnte das "Aus" als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin bedeuten!)

Kinder und Jugendliche, die Gewalt erleben sind immer auch Opfer unklarer Beziehungsstrukturen. Darum liegt der Schwerpunkt des Schutzes auf Verbalisierung und Transparenz.

Um eine gemeinsame, wirksame Sprache gegen Vernachlässigung und Gewalt zu finden, braucht es transparente Standards für die Prävention, Intervention und Begleitung von Kindern und Jugendlichen.

Mehr Infos und Schulungsmaterial findest Du hier.

Schulungen für Gemeinden und Gruppen vor Ort in NWD bietet Landesjugendpastor Jann-Hendrik Weber an.

Verhaltenskodex für Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Auf dem Weg zur "Sicheren Gemeinden" sollen Mitarbeitende vor Ort und in der überörtlichen Arbeit Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen so leben, dass Vertrauen nicht zerstört und Grenzen respektiert werden. Zum Schutz der Teilnehmenden und zu meinem eigenen Schutz halte ich mich an folgende Grundsätze:

1. Ich verpflichte mich, alles mir Mögliche zu tun, damit in unserer gemeindlichen und/oder GJW-Arbeit Kinder und Jugendliche vor Gefahren und Übergriffen bewahrt werden. Deshalb schütze ich Kinder und Jugendliche vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt und beachte die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Teilnehmenden.

2. Ich nehme die Intimsphäre, das Schamgefühl und die individuellen Grenzempfindungen der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen wahr und ernst. Ich erkenne an, dass jeder Mensch ein Individuum mit eigener Persönlichkeit ist. Deshalb respektiere ich den eigenen Willen aller Gruppenmitglieder.

3. Mir ist bewusst, dass es ein natürliches Machtgefälle zwischen Mitarbeitenden und Teilnehmenden gibt. Mit der mir übertragenen Verantwortung in der Mitarbeit gehe ich sorgsam um. Insbesondere missbrauche ich meine Rolle als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin nicht für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten jungen Menschen.

4. Ich verzichte auf verbales und nonverbales abwertendes Verhalten und beziehe gegen gewalttätiges, diskriminierendes, rassistisches und sexistisches Verhalten aktiv Stellung.

5. Ich spreche in unserem Mitarbeitendenteam Situationen an, die mit diesem Verhaltenskodex nicht in Einklang stehen, um ein offenes Klima in der Gruppe zu schaffen und zu erhalten.

6. Ich achte auf Anzeichen von Vernachlässigung und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Ich informiere mich über die notwendigen Handlungsschritte und suche mir kompetente Ansprechpartner oder -partnerinnen, damit ich im konkreten Fall Hilfe für mich und Betroffene finde.

Die GJW-Bundeskonferenz, das höchste Entscheidungsgremium des Gemeindejugendwerks, hat diesen Verhaltenskodex für Mitarbeitende im März 2009 einstimmig beschlossen und empfiehlt ihn Gemeinden und Gemeindejugendwerken zum Gebrauch.